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Fest der Kulturen 2017: Gewerkschaften setzen auf den Dialog

18.09.2017 | Auf dem Fest der Kulturen am Sonntag, 17. September waren die Osnabrücker Gewerkschaften vertreten. Wir nennen es Erstansprache. Dahinter steckt ein großes Thema. Es geht um den Zugang zu fairer Arbeit und die Unterstützung, die Gewerkschaften bieten.

Fotograf: Michael Peters

"Nach wie vor ist für migrierte Menschen die Integration in Arbeit mangelhaft. Zu viel läuft falsch und zu oft bestimmt Ausbeutung den Alltag von Menschen, die als 'nichtdeutsch' einsortiert werden!" So fasst Nicole Verlage, Vorsitzende des DGB-Stadtverbandes Osnabrück zusammen. Sie wisse, dass die Ursachen dieser Ärgernisse nicht in Osnabrück gelöst werden können. Doch anfangen könne man hier. "Das Fest der Kulturen biete Gespräche und erste Kontakte zu den Menschen. Da kann etwas bewegt werden, weil wir uns begegnen!" Deswegen steht sie mit ihren KollegInnen dort, bietet Tee oder Kaffee an und hört zu.

Für die Gewerkschaften ist die Begegnung ihr Grund, warum das Fest der Kulturen seinen berechtigten Platz im Kalender vieler Menschen hat. So hat sich auch die Beteiligung der Gewerkschaften gewandelt. Mehrsprachige Informationen sind natürlich da. "Wir haben inzwischen eine Spiel-Ecke eingerichtet für fantasievolles Spielen und bieten an, eine Pflanze für zu Hause einzutopfen. Etwas bauen und etwas, dass wächst und gedeiht, sind die Beste Erinnerung an solch ein Fest!", meint Nicole Verlage zu den Aktivitäten am Stand der Gewerkschaften. Für Gespräche am Rande des Geschehens ist dann Zeit. "Jedenfalls, wenn es gewünscht ist!", schränkt sie ein. Manchmal reicht es, dem Trubel bei einem Tee einfach zuzusehen.

Wer Informationen zur Arbeitswelt will oder einen ersten Rat braucht, wer Kolleginnen und Kollegen treffen wollte, war herzlich willkommen am Stand des DGB Osnabrück.

Großer Einsatz, toller Erfolg

Bei herrlichem Wetter gaben die Helfenden aus den Gewerkschaften alles. Mit Informationen zu Kaffee oder Tee und feinem Spielplatz verschiedener Gewerke gab es genügend Anlass, am Stand der Gewerkschaften zu verweilen. Knapp tausend Luftballons waren gegen fünf ausgegeben und in jeder Ecke gab es Begegnung, Gespräche und fröhlichen Trubel.

Ein zentrales Thema am Stand war die Alterssicherung und die Wahlentscheidung dazu. Anderer Gesprächsbedarf drehte sich vor allem um Befristung und prekäres Arbeiten. Zu oft kämpfen junge Familien um die Sicherung ihrer Existenz mit der Jagd nach der längerfristigen Anstellung. Der Migrationshintergrund erschwert vieles zusätzlich. Einige ziehen Konsequenzen und gehen in die Gewerkschaft. Auch dafür standen wir dort. Von Vorteil war, nicht nur Informationen in verschiedenen Sprachen dabei zu haben. Was Gewerkschaften in diesem Land bedeuten, stößt erlebbar auf Zustimmung. Solidarität zu erfahren war dort begehrt. Auch in den Fragen zur anstehenden Wahlentscheidung.