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"Gemeinsam für eine bessere Ausbildung"

25.09.2017 | Osnabrück - Es ist Wahlkampf und der Ortsjugendausschuss der jungen Metaller/innen aus Osnabrück hat dies als Chance genutzt, um Reformsvorschläge für das Berufsbildungsgesetz mit Vertretern der großen Parteien vor der Wahl mit Experten zu diskutieren.

Eingeladen waren die Spitzenkandidaten des Landkreises Osnabrück Rainer Spiering (SPD) und Dr. André Berghegger - welcher aus terminlichen Gründen leider verhindert war. Außerdem diskutierten Niklas Herkenhoff  - Jugendvertreter der Firma ebm, Dr. Frank Baller - Stellvertretender Schulleiter der BBS Brinkstrasse, Harald Schlieck - Geschäftsführer für berufliche Bildung der Handwerkskammer Osnabrück und Lars Schönball - Ausbildungsleiter bei KME Osnabrück.

Der heißteste Tag des Monats, mit 30 Grad im Schatten, hat bei der Veranstaltung leider auf die Teilnehmerzahl gedrückt. Nichtsdestotrotz begann die Diskussion um das Thema Berufsausbildung schon vor der offiziellen Begrüßung des ersten Bevollmächtigten Stephan Soldanski. Aus der Podiumsdiskussion wurde kurzerhand ein Großer Gesprächskreis, in dem jeder Akteur sich in seinem Wirkungsbereich für eine gute Berufsausbildung einsetzt. Die Berufsausbildung muss attraktiver werden, da waren sich alle einig - die entscheidende Frage ist nur wie? 

Niclas Herkenhoff ist Jugend- und Auszubildendenvertreter bei ebm. Er hat diesen Sommer seine Abschlussprüfung absolviert. Als JAVi wusste er, dass er übernommen wird. Bei der Firma ebm wird dies auch früh kommuniziert. Dennoch sieht er Regelungsbedarf. Wenn nach dem Ausbildungsreport 44 Prozent der Azubis im letzten Ausbildungsjahr noch nicht wissen, ob sie im Anschluss übernommen werden, "dann brauchen wir eine gesetzliche Ankündigungsfrist von mindestens 3 Monaten, um besser zu planen zu können."

Die Berufsschulen sind entscheidend für die Qualität der dualen Ausbildung. Durch den Lehrermangel haben einige Berufsschulklassen nur noch einmal die Woche Berufsschulunterricht. "Die Schüler bekommen ihren Stoff gar nicht mehr durch. Am Ende fehlen Ihnen wichtige Dinge in der Prüfung, die Sie im Unterricht gar nicht durchgenommen haben." Kritisiert Moderator Nils Giese. Dem stellvertretenden Schulleiter Dr. Baller ist dieser Umstand auch nicht zufriedenstellend und er würde auch gerne mehr qualifizierte Lehrerkollegen einstellen.

Lars Schönball, Ausbildungsleiter bei KME in Osnabrück ist verantwortlich für 120 junge Menschen in 13 Berufen und dualen Studiengängen. Seit Beginn seiner Ausbildertätigkeit hat er viele Generationen von Auszubildenden kennengelernt. Die Ausbildung bei KME genießt einen hervorragenden Ruf in der Region - dies sei der beste Garant für die Nachwuchsprobleme. Dennoch muss man innovativ sein und auch den Allgemeinbildenden Schulen für die berufliche Bildung werben.

Am Ende der Diskussionsrunde, war man sich einig, dass die Berufsausbildung gestärkt werden muss. Jeder Diskussionsgast konnte am Ende seinen Wunsch für eine bessere Berufsausbildung auf einen Würfel schreiben und vorstellen. Mit dabei, Reform Vorschläge für ein besseres Berufsbildungsgesetzes - die den Auszubildenden zu Gute kommt.

Die IG Metall Jugend setzt sich für mehr Chancengleichheit, Rechtssicherheit und Qualität der Berufsausbildung ein. Alle Forderungen finden sich unter diesem Link: http://revolutionbildung.de/eine-gerechte-reform-des-bbig.html