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Tarifkommission diskutiert Forderungsrahmen für Tarifrunde Metall- und Elektroindustrie

IG Metall diskutiert mehr Geld und mehr Zeit

14.09.2017 | Osnabrück - Die Tarifkommission der Metall- und Elektroindustrie Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim hat heute Nachmittag die Eckpunkte für ein mögliches Forderungspaket zur Tarifrunde 2018 diskutiert.

Verhandlungsführerin Martina Manthey: "Das Thema Arbeitszeit wird ein Teil unseres Forderungspaketes sein." (Foto: Heiko Stumpe)

In der Diskussion sind dabei Entgeltsteigerungen von mindestens 6 Prozent mit einer Laufzeit von zwölf Monaten, ein Anspruch auf kurze Vollzeit für alle Beschäftigten mit einem Entgeltzuschuss in bestimmten Lebenssituationen bzw. für bestimmte Beschäftigtengruppen als Teil des Forderungspakets. Für die Auszubildenden wurden freie Tage zur Prüfungsvorbereitung debattiert.

"Die überwiegende Mehrheit der Unternehmen in der Branche macht gute bis sehr gute Geschäfte, die positive Ertragsentwicklung der Vorjahre setzt sich fort. Für 2018 gehen die Prognosen für die Gesamtwirtschaft von weiterem Wachstum aus", begründet Martina Manthey, IG Metall Bezirkssekretärin und örtliche Verhandlungsführerin, die Empfehlung.

Die große Beschäftigtenbefragung der IG Metall hat gezeigt, dass Arbeitszeit ein wichtiges Thema in den Betrieben der Metall- und Elektroindustrie ist. Viele Beschäftigte wünschen sich eine bessere Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben. Darüber hinaus steigt der Leistungsdruck in den Betrieben und besonders belastende, restriktive Arbeitszeitmodelle, sind auf dem Vormarsch. Manthey: "Viele Beschäftigte brauchen mehr Möglichkeiten und vor allem mehr freie Zeiten zum Ausgleich dieser Belastungen. Deshalb wird das Thema Arbeitszeit ein Teil unseres Forderungspaketes sein!"  

Wie in der Vergangenheit fordert die IG Metall neben dem sogenannten verteilungsneutralen Spielraum eine Umverteilungskomponente. "Der private Konsum ist und bleibt der wichtigste Wachstumsmotor. Wir wollen sicherstellen, dass die Menschen weiterhin maßgeblich zur guten wirtschaftlichen Entwicklung beitragen können" ergänzt der 1. Bevollmächtigte und Verhandlungsmitglied Stephan Soldanski die Diskussionen um ein mögliches Forderungspaket.

Zum Hintergrund:

Am 10. Oktober gibt der Vorstand der IG Metall seine Forderungsempfehlung ab, am 24. Oktober beschließen die Tarifkommissionen in den IG Metall-Bezirken das Forderungspaket. Am 26. Oktober legt der Vorstand die endgültige Forderung fest. Verhandelt wird im Tarifgebiet Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim erstmals am 15. November 2017, die Tarifverträge laufen zum 31. Dezember 2017 aus.