Startseite

TARIFRUNDE METALL- UND ELEKTROINDUSTRIE

450 Beschäftigte von Elster eröffnen die Warnstreiks im örtlichen Tarifgebiet

05.01.2018 | IG Metall: Rückwärtsgewandte Arbeitgeber-Angebot verschärft Tarifkonflikt. Osnabrück - Mit einem Warnstreik bei der Elster GmbH hat die IG Metall die erste Warnstreikwelle im Tarifgebiet Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim der Metall- und Elektroindustrie eröffnet.

Über 450 Beschäftigte der Früh- und Normalschicht versammelten sich trotz der widrigen Witterungsbedingungen vor dem Werkstor

"Wer mit einem unterirdischen Angebot mit Gegenforderungen provoziert und auf Zeit spielt, bekommt ab heute die passende Antwort der Beschäftigten und die heißt Warnstreik!" eröffnete der Osnabrücker IG Metall-Chef Stephan Soldanski mit passenden Worten die Versammlung.

"Es sind doch die Arbeitgeber, die Mitte Dezember die Forderung der IG Metall wieder zurückgewiesen und realitätsferne eigene Vorstellungen auf den Tisch gelegt haben und erst wieder am 22. Januar mit uns reden wollen" berichtet Soldanski aus den Verhandlungen. "Offensichtlich brauchen die Arbeitgeber genau diesen Druck von Warnstreiks um sich am Verhandlungstisch dann endlich in die richtige Richtung zu bewegen!"

"Allein das Angebot in Sachen Entgelt ist eine riesige Provokation und spiegelt nicht die hervorragende wirtschaftliche Situation wider. Hier müssen die Arbeitgeber ordentlich nachlegen!" zeigte Daniel Grabovac, örtlicher IG Metall-Vertrauensmann kein Verständnis für das Verhalten der Arbeitgeber.

"Achtet auf den Beipackzettel des Arbeitgeberangebotes, es enthält erhebliche Nebenwirkungen!" so Andreas Hille, Betriebsratsvorsitzender der Elster GmbH. "Die Arbeitgeber knüpfen ihr Angebot zur Erhöhung der Entgelte um 2 Prozent an die Möglichkeit zur Verlängerung statt Verkürzung der Arbeitszeiten. Damit verschärfen sie die Tarifverhandlungen völlig unnötig!" rief Hille den Streikenden zu.

"Flexibilisierung kennt aus Sicht der Arbeitgeber nur eine Richtung. Dies müssen wir unbedingt ändern. Nicht nur immer mehr, wir brauchen einen festen Anspruch, auch mal weniger zu arbeiten!" sagte Manfred Garwels, Betriebsrat bei Elster und Mitglied der Verhandlungskommission der IG Metall.

Die IG Metall kündigt für die nächste Woche weitere Warnstreiks an.

Zum Hintergrund:

Die IG Metall fordert in der aktuellen Tarifrunde sechs Prozent mehr Geld und einen individuellen Anspruch auf Absenkung der Wochenarbeitszeit auf bis zu 28 Stunden für maximal zwei Jahre - die "kurze Vollzeit" und in bestimmten Lebens- und Arbeitssituationen einen Entgeltzuschuss.

Am 31. Dezember endete die Friedenspflicht in der Metall- und Elektroindustrie. Danach sind Warnstreiks, ganztägige Streiks oder die Urabstimmung möglich. Im Tarifgebiet Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim wird für rund 18.500 Beschäftigten verhandelt. Die nächste regionale Verhandlung findet am 22. Januar 2018 statt.

Zur Berichterstattung der NOZ geht es hier.