Dramatischer Ausbildungsrückgang – Perspektiven in Gefahr!

Duale Ausbildung in Gefahr

  • 19.03.2021
  • Aktuelles, Presseinformation

Corona verschärft die Ausbildungskrise. Immer weniger Betriebe bilden aus. Viele Jugendliche stehen vor einer ungewissen Zukunft. Die IG Metall fordert langfristige Lösungen. Überall in Deutschland setzen die Arbeitgeber die Axt an die Ausbildung. Das belegen die jüngsten Zahlen des Ausbildungsreports der IG Metall. Sie sind nicht erst seit Corona besorgniserregend. Die Krise wirkt wie ein Katalysator. Die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge ist 2020 um elf Prozent eingebrochen. Die Zahl der unversorgten Jugendlichen kletterte auf mehr als 78 000. Es gibt bundesweit deutlich mehr unvermittelte Bewerber als freie Ausbildungsplätze.

Die Situation in der Region Osnabrück ist zwar genau umgekehrt, allerdings sind die Vorzeichen und vor allem die Auswirkungen aber die gleichen. Insbesondere Industriebetriebe in der Region bilden Jahr für Jahr weniger aus und beklagen zeitgleich einen Fachkräftemangel.

Die Bundesregierung hat den Handlungsbedarf zwar erkannt. Sie will die Förderung der betrieblichen Ausbildung in der Corona-Krise erheblich aufstocken. Kernpunkt ist die Verdopplung der Prämien für Betriebe, die Auszubildende ausbilden, auf bis zu 6000 Euro je Azubi. Zudem wird der Kreis der berechtigten Unternehmen ausgeweitet. 

Engagement der Betriebe ist gefragt
Denn allen Umständen zum Trotz ist vor allem das Engagement der Betriebe gefragt! Sie müssen jetzt ihren Fachkräftebedarf von Morgen sichern. Mit Appellen allein ist es da nicht getan. „Für junge Menschen bedeutet Perspektive auch, dass ihnen der Einstieg ins Berufsleben gelingt. Doch genau diese ist für viele in Gefahr.“ bewertet Gewerkschafter Schaper die aktuelle Situation.

Ausbildung: Mehr als kurzfristige Lösungen nötig
In den Augen der IG Metall braucht es aber mehr als kurzfristige Lösungen. „Die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe hat schon vor Corona abgenommen, dieser Trend wird durch die Krise nunmehr verstärkt“, warnt Fabian Schaper, zuständiger Gewerkschaftssekretär bei der IG Metall Osnabrück. Bundesweit bilden nur noch 19,6 Prozent der Betriebe aus. Laut einer Befragung der IG Metall prognostizieren mittlerweile 11,3 Prozent der befragten Betriebsräte in ihren Branchen einen weiteren Abbau der Ausbildungsplätze in ihren Betrieben. Über 2 Millionen junge Menschen waren 2019 ohne Berufsabschluss, soviel wie nie zuvor.

„Wenn jetzt nicht endlich gegengesteuert wird und die Bundesregierung die Situation weiter nur schönredet, statt zu handeln, drohen mehr und mehr Jugendliche ohne Ausbildung dazustehen. Es droht mehr als nur eine Generation Corona“, so Schaper. „Wir brauchen endlich eine Ausbildungsgarantie, die Jugendlichen eine Perspektive bietet und die Unternehmen in die Pflicht nimmt, die benötigten Fachkräfte auszubilden statt nur nach ihnen zu rufen. So kann qualitativ gute Ausbildung und innovative Produktion in Deutschland wieder auf festen Füßen stehen.“ Finanzierungsmodelle für solche Ideen gibt es zahlreiche. Gewinner wären zugleich die ausbildenden Betriebe und die gut ausgebildeten Nachwuchskräfte.

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