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Warnstreik bei der Stöckel GmbH

IG Metall: Arbeitgeberangebot lässt Tarifverhandlungen endgültig eskalieren

25.06.2018 | Vechtel – Am heutigen Vormittag legten ab 06.30 Uhr knapp 90 Mitarbeiter der Stöckel GmbH die Arbeit für einen Warnstreik nieder. Der alte Tarifvertrag endete bereits Ende Oktober letzten Jahres. Die IG Metall fordert seit dem 5 % mehr Einkommen mit einer Laufzeit von 12 Monaten.

Mehrere Gesprächsrunden haben bereits stattgefunden. Immer wieder wird durch den Arbeitgeber ein interner langjähriger Streit mit dem Betriebsrat über die Arbeitszeitverteilung mit der laufenden Tarifrunde vermischt. Brigitte Langguth, Gewerkschaftssekretärin der IG Metall Osnabrück berichtet darüber, dass dieses offensichtlich der “Knackpunkt der Verhandlungen“ aus Sicht des Arbeitgeber sei. Rechtlich gesehen sind dieses allerdings zwei Paar unterschiedliche Schuhe. “Für die Gestaltung der Arbeitszeit ist der Betriebsrat und für die Entgeltverhandlung die IG Metall zuständig.“

Am 13. Juni 2018 ließ die Geschäftsleitung von Stöckel “die Katze aus dem Sack“, berichtet Langguth aus den Verhandlungen. Das Angebot von Stöckel spiegelt das Rechtsverständnis des Gesellschafters wider: 1 % Entgelterhöhung für 24 Monate oder, falls der Betriebsrat eine Betriebsvereinbarung zur Flexibilisierung der Arbeitszeit bis zu 45 Stunden in der Woche mit sämtlichen Verzicht auf seine Mitbestimmung akzeptiert, bietet man 5,4 % für 36 Monate in drei Schritten an.

Brigitte Langguth bewertet “dieses als ein unterirdisches und unmoralisches Angebot. So sieht keine Wertschätzung der Beschäftigten aus!“ Mit Pfeifkonzerten und der symbolischen Hand für „gib mir 5“ reagierten die Stöckel-Beschäftigten auf das Arbeitgeberangebot.

„Die Beschäftigen stehen hinter der IG Metall-Forderung von 5 % und stärken zeitgleich ihrem Betriebsrat den Rücken. Das zeigt die tolle Beteiligung an diesem Warnstreik!“ zieht Langguth eine erste Bilanz und ist sich sicher, dass dieses nicht die einzige Aktion der Stöckel-Mannschaft gewesen sein wird, wenn der Arbeitgeber bei seinem Angebot bleibt und weiterhin betriebliche Themen mit Tarifthemen vermischt.

Zur Berichterstattung der NOZ geht es hier.