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Tarifrunde Stahl 2019

IG Metall beendet 3. Verhandlung in der Stahlindustrie nach 15 Minuten. Soldanski: "Kein Verständnis für Blockadehaltung der Arbeitgeber!"

01.02.2019 | Düsseldorf/Osnabrück - Nachdem die Arbeitgeber zu Beginn der Verhandlung deutlich gemacht hatten, dass sie heute wieder kein Angebot vorlegen, sondern weiteren Erläuterungsbedarf haben, hat die Verhandlungskommission der IG Metall entschieden, die Gespräche heute nicht fortzusetzen.

Knut Giesler: "Alle Argumente wurden in den ersten beiden Verhandlungsrunden ausgetauscht. Es hat sich keine neue wirtschaftliche Situation ergeben, die diskutiert werden müsste. Ohne Angebot ergeben Verhandlungen derzeit keinen Sinn. Darum haben wir das heute schnell beendet. Die Arbeitgeber spielen auf Zeit und reden eine schlechte Zukunft herbei, die sie sich scheinbar erhoffen. So etwas habe ich noch nicht erlebt. Für Zeitspiel und Schauspielerei gibt es im Fußball die gelbe Karte. Diese werden die Beschäftigten ab der kommenden Woche in Warnstreiks den Arbeitgebern zeigen. Das werde ich unserer Tarifkommission morgen empfehlen."

Auch Stephan Soldanski, 1.Bevollmächtigter der IG Metall Osnabrück und zeitgleich auch Mitglied der Verhandlungskommission, verweist nochmals auf eine "nach wie vor gute und stabile" gesamtwirtschaftliche Situation. Die Stahlkonzerne hätten in den vergangenen drei Jahren stets ihre Ergebnisse verbessert und melden teilweise einem Rekord nach dem anderen. Davon müssen die Arbeitnehmer nun auch profitieren. Die zusätzliche Vergütung von 1800,- Euro soll auf Wunsch der Beschäftigten auch in freie Tage umgewandelt werden können. "Es ist wichtig, genau solche zukunftsorientierte Schritte zu gehen. Damit steigern wir die Attraktivität der Arbeitsplätze in der Branche und entlasten zeitgleich", sagte Soldanski.

"Ich habe keinerlei Verständnis dafür, dass in der 3.Verhandlungsrunde die Stahl-Arbeitgeber kein verhandlungsfähiges Angebot auf den Tisch legen. Das ist auch den Beschäftigten gegenüber keine große Wertschätzung" so Soldanski zur Blockadehaltung der Arbeitgeber.

"Offensichtlich brauchen die Arbeitgeber Ruhe die nötige Ruhe in den Betrieben um über die Forderung der IG Metall nochmals nachzudenken. Unsere Antwort heißt von nun an Warnstreiks!" so der Osnabrücker IG Metall-Chef. "Wenn sich die Arbeitgeber am Verhandlungstisch nicht bewegen, werden das sicherlich die Beschäftigten tun und für die notwendige Betriebsruhe sorgen!"

In unserer Region fallen die rund 1.400 Beschäftigten der Georgsmarienhütte GmbH unter den Tarifvertrag der westdeutschen Eisen- und Stahlindustrie.

Die nächste Verhandlung findet am Montag, 18. Februar in statt.