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IHK und IG Metall begrüßen die Ankündigung eines Azubi-Tickets

22.11.2019 | „Es ist eine gute Nachricht, dass Wirtschaftsminister Althusmann in der Halbzeitbilanz der Landesregierung die schon im Koalitionsvertrag vereinbarte Verabredung bekräftigt hat, in der laufenden Legislaturperiode ein Azubi-Ticket für Niedersachsen einzuführen.“

Dies erklärten jetzt Marco Graf, Hauptgeschäftsführer der IHK Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim, und Stephan Soldanski, Erster Bevollmächtiger der IG Metall Osnabrück und zugleich Vorsitzender des IHK-Berufsbildungsausschusses. Vom Wirtschaftsministerium angedacht ist offenbar eine befristete finanzielle Anschubfinanzierung von vergünstigten regionalen Schüler- und Azubitickets. Diese könnten dann einen größeren Geltungsbereich und eine längere Geltungsdauer bekommen. Bis zum Frühjahr 2020 sollen ein Konzept für eine solche Anschubfinanzierung erarbeitet und die erforderlichen Kosten ermittelt werden.
„Niedersachsen hängt bei diesem Thema zeitlich bereits zurück. Andere Länder wie Nordrhein-Westfalen und Hessen sind da viel weiter. Wie dort wäre ein 365-Euro-Jahresticket für Azubis bzw. Schülerinnen und Schüler in ganz Niedersachsen vernünftig. Technische Gründe wie eine vielfältige Tarifstruktur der bestehenden Verkehrsverbünde dürfen für unsere jungen Leute kein Nachteil sein“, so Graf und Soldanski. Vielmehr wäre aus Sicht der IHK und der IG Metall das nicht auf einen Verkehrsverbund beschränkte Azubi-Ticket der richtige Schritt, um die duale Ausbildung noch attraktiver zu machen. Insoweit sehen die beiden regionalen Akteure Handlungs- und Verbesserungsbedarf beim aktuellen Vorhaben.
Die IHK hatte jetzt in einer Umfrage von Auszubildenden und Ausbildungsbetrieben die mögliche Nachfrage nach einem Azubi-Ticket ermittelt. Danach sehen fast 90 % der befragten Unternehmen einen echten Handlungsbedarf beim ÖPNV-Angebot für Auszubildende. Um die Attraktivität für die Nutzung von Bus und Bahn zu steigern, empfehlen die Befragten vor allem ein preisgünstigeres Monats-/Jahrestickets (knapp 30 %), den Ausbau des ÖPNV-Streckenangebots (18 %) und die Ausweitung des Geltungsbereichs der Tickets (16 %). Bisher besitzt nur knapp jeder fünfte der befragten Azubis ein entsprechendes Ticket. Die Jugendlichen gaben an, dass sie bei einer Senkung des Ticketpreises (32 %), einer höheren Verbindungsdichte (18 %) sowie bei der Ausweitung des Geltungsbereichs (16 %) verstärkt dazu bereit wären, den ÖPNV zu nutzen. „Sowohl bei Betrieben als auch bei Azubis spielt der Preis offensichtlich eine zentrale Rolle. Die finanzielle Unterstützung durch das Land ist deshalb ein sinnvolles Instrument“, so Graf und Soldanski abschließend.