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Tarifrunde Metall- und Elektroindustrie

Tarifkommission Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim beschließt Forderung für die anstehende Tarifrunde

18.11.2020 | Die Tarifkommission für die Metall- und Elektroindustrie im Tarifgebiet Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim hat am heutigen Dienstag ihre Forderungen für die kommende Tarifrunde beschlossen.

Die Forderungen, über die abschließend der Vorstand der IG Metall noch am 26. November entscheidet, umfasst für das örtliche Tarifgebiet folgende Punkte:

-    Eine Verbesserung der gekündigten Tarifregelungen zur Beschäftigungssicherung durch Modelle der Arbeitszeitabsenkung mit Teilentgeltausgleich (z.B. Option auf 4-Tage-Woche)
-    Einen tariflichen Rahmen für betriebliche Zukunftstarifverträge
-    Ein Volumen von 4% bei einer Laufzeit von 12 Monaten zur Stärkung der Einkommen. Dieses Volumen kann auch für Maßnahmen der Beschäftigungssicherung eingesetzt werden.

Darüber hinaus strebt die IG Metall eine Verbesserung der Ausbildung und der Übernahmeregelungen für Auszubildende und dual Studierende an. Zudem erwarten die örtlichen Tarifkommissionsmitglieder, dass die Arbeitgeber die ostdeutschen Tarifvertragsparteien in dem Prozess zur Angleichung der Arbeitszeit konstruktiv unterstützen.

Osnabrücks IG Metall Chef Stephan Soldanski untermauert die Forderung mit der jüngst abgeschlossenen Beschäftigtenbefragung, an der bundesweit rund 250.000 Beschäftigte teilnahmen. Soldanski: „Die Themen Beschäftigungssicherung durch Absenkung der Arbeitszeit, Zukunftsvereinbarungen und Entgelterhöhung sind dabei die Themen, wo die Beschäftigten aktuell den höchsten Handlungsbedarf sehen.“

Klar ist: Die Auseinandersetzung wird hart. „Die Arbeitgeber haben sich bereits hinter eine Mit-uns-gibt’s-nix-Haltung zurückgezogen und eingebuddelt“, sagt Soldanski. „Das ist albern und nicht zukunftsgerichtet. Wir brauchen jetzt tragfähige Konzepte und Rahmenbedingungen wie wir diese Krise gestalten statt Rituale aus der Mottenkiste herauszuholen!“

IG Metall Verhandlungsführer Carsten Maaß von der Bezirksleitung in Hannover ergänzt: „Die Mitglieder der Tarifkommissionen haben sich mit großer Geschlossenheit hinter die Forderungen gestellt. Die Beschäftigungssicherung hat einen großen Stellenwert für unsere Kolleginnen und Kollegen. Das wird aber nicht durch Verzicht klappen, wie ihn die Arbeitgeber fordern.“ 

Soldanski und Maaß sind sich einig: „Wir befinden uns aktuell in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage und greifen die Themen auf, die den Menschen wichtig sind. Deswegen hat Beschäftigungssicherung, Zukunftsgestaltung und die Stabilisierung der Einkommen für uns absolute Priorität in der Tarifrunde 2021. Wir brauchen ein Zukunftspaket für alle Beschäftigten!"