Tarifrunde Eisen und Stahl

Über 450 Beschäftigte beim Warnstreik der Georgsmarienhütte GmbH

  • 03.06.2022
  • Aktuelles, Presseinformation, Stahlindustrie

Die IG Metall Osnabrück hat heute die Beschäftigten der Georgsmarienhütte GmbH zu einem Warnstreik aufgerufen. An dem Warnstreik und der Kundgebung haben sich insgesamt über 450 Beschäftigte beteiligt. Produktion der Frühschicht ruhte ab 9:30 Uhr. 

„Die IG Metall ist in der Stahltarifrunde kampffähig. Das haben wir heute in Georgsmarienhütte eindrucksvoll unter Beweis gestellt“, sagte Stephan Soldanski, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Osnabrück, der zugleich auch Mitglied der Verhandlungskommission ist. 
Die IG Metall fordert in der laufenden Tarifrunde 8,2 Prozent mehr Entgelt und Ausbildungsvergütung. Darüber hinaus sollen die Tarifverträge zur Altersteilzeit, über den Einsatz von Werkverträgen und zur Beschäftigungssicherung für die rund 68 000 Beschäftigten verlängert werden. Die Arbeitgeber hatten in der ersten Verhandlung 2.100 Euro Einmalzahlung angeboten. Die IG Metall hat dieses Angebot als in Struktur und Volumen als völlig unzureichend zurückgewiesen und die Arbeitgeber aufgefordert, ein Angebot vorzulegen, das eine dauerhaft wirkende Erhöhung der monatlichen Entgelte beinhaltet. Auch in der zweiten Verhandlung, die noch innerhalb der Friedenspflicht stattgefunden hat, haben die Arbeitgeber kein verbessertes Angebot vorgelegt. 
Osnabrück’s IG Metall-Chef Soldanski ist äußerst zufrieden: „Die hohe Beteiligung am heutigen Warnstreik hat sehr deutlich gemacht, dass die Beschäftigten nicht bereit sind, sich diese Tarifrunde mit einer Einmalzahlung abkaufen zu lassen.“ Der Gewerkschafter wies darauf hin, dass die IG Metall die Stahlbranche im letzten Jahr mit einem verantwortlichen Krisenabschluss gut durch die Pandemie gebracht habe und die Beschäftigten teilweise mit vielen Extra- und Sonderschichten und einer extremen Flexibilität ihren Beitrag dazu geleistet hätten, dass jetzt richtig viel Geld in der Branche verdient werden könne. Soldanski: „Nun ist es an der Zeit, dass die Arbeitgeber angesichts der steigenden Inflation mit einer guten Entgelterhöhung soziale Verantwortung gegenüber den Beschäftigten übernehmen. Darum reicht eine Einmalzahlungen nicht. Es braucht eine ordentliche Erhöhung in der Entgelttabelle.“ 
Mit dieser Erwartungshaltung gehe die IG Metall nun in die dritte Verhandlung am 10. Juni. Soldanski betonte, dass eine weitere Eskalation der Tarifrunde kaum zu vermeiden sei, wenn sich die Arbeitgeber dann immer noch nicht bewegen. „Das vorliegende Angebot ist sowohl in Struktur und Volumen völlig unzureichend! - Da muss deutlich nachgebessert werden!“
„Wir machen eine Tarifrunde nicht mit dem Ziel einen Arbeitskampf durchzuführen. Wir führen eine Tarifrunde, um ein gutes Ergebnis für die Beschäftigten zu erreichen. Dass wir im Zweifel dafür auch in den Arbeitskampf gehen können, haben wir aber heute gezeigt.“
Soldanski schloss weitere Arbeitskampfaktionen nach der dritten Verhandlung nicht aus. „Wenn wir nicht gehört werden, sind die Kolleginnen und Kollegen durchaus bereit weiterzumachen.“ 
Auch eine Urabstimmung schloss der Gewerkschafter bei einem unzureichenden neuen Angebot der Arbeitgeber nicht aus. „Wir bereiten uns derzeit auf alle möglichen Formen der weiteren Eskalation vor!“
 

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